Zum Ende des militaristischen Chavismus

Venezuela: Revolution als Spektakel

Eine kritische Bilanz des « Sozialismus des 21. Jahrhunderts » aus Sicht venezolanischer Libertärer

(Graswurzelrevolution/ Bearbeitung:cf) Alles, was angeblich den 21. Jahrhundert-Sozialismus Chávez’ ausmacht, war schon dagewesen. Der militaristische Caudillo in Lateinamerika hat nach Ansicht der venezolanischen AnarchistInnen um El Libertario folgende Kennzeichen: erstens den Kult um den männlichen militärischen Helden (Chávez); zweitens die ständige Propaganda der damit verbundenen Macho-Werte; drittens die unhinterfragte Anerkennung einer theoretischen Weisheit des Caudillo und seiner kollektiven Führungsrolle; viertens die Konzeption einer Politik als aus der Not geboren, bei der angeblich alles neu beginnt, sobald ein neuer Caudillo wie auch immer die Macht erlangt; und fünftens die Propaganda für eine Wertschätzung des Militärs als angeblicher Apparat mit nicht korrumpierbaren Idealen wie Reinheit, Erlösung und Effizienz, dessen Institutionen über die Zivilgesellschaft wachen, die wiederum als antagonistisch oder untergeordnet wahrgenommen wird.

Die venezolanischen AnarchistInnen werfen Chavez und Maduro vor seit 1999 unter dem Schleier linker Rhetorik den parlamentarisch-demokratischen Prozess militarisiert zu haben und massive Waffenkäufe getätigt zu haben.

Obwohl die Regierung die Autonomie der Gewerkschaften zugesichert hatte, wurden von ihr immer dann neue Gewerkschaften von oben gegründet, wenn unabhängige Gewerkschaften in der Lage waren, aus ihrer Unabhängigkeit heraus stark zu werden.

Obwohl die Propaganda der Regierung immer wieder darauf hinwies, dass das Basislohnniveau der Arbeiterklasse Venezuelas im lateinamerikanischen Vergleich stark gestiegen sei – was richtig ist – wurde dabei gleichzeitig immer wieder verschwiegen, dass die Inflationsrate Venezuelas die höchste in ganz Lateinamerika ist. Dieser relativen Verarmung entspricht die hohe Kriminalitätsrate, die in Venezuela vordringlich die Armen trifft.

Die monetären Einnahmen Venezuelas rühren nicht aus einer qualitativen Entwicklung des Agrarbereichs und der mittelständischen Produktion, sondern aus Öl-, Gas- und Kohleexport-Renten, die eine extreme Abhängigkeit des Landes vom Weltmarkt bedeuten.

Selbstverständlich gehen diese, einer typisch produktivistischen Modernisierungsideologie unterliegenden Ausbeutungsprojekte auf Kosten der Lebensbedingungen und des Widerstands indigener Bevölkerungsgruppen in Venezuela.

Eine wirkliche Alternative, die auf die Überwindung der basalen kapitalistischen Kategorien, eine echte basisdemokratische Veränderung und auf eine Emanzipation von den verheerenden politökonomischen Zwängen zielt hatte weder Chavez noch Maduro je zu bieten. militarismo.jpeg

 

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